virtuelles Spielzeugmuseum der 50er - 70er Jahre
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 Bodo Hennig


 

Sitzlandschaft, Bodo Hennig, 1976, Sesselhöhe 70mm

 

Aus einem seinerzeitigen Möbelkatalog: Die abgebildete Schrankwand war ganz offensichtlich Vorbild für die Hennig-Miniatur

Geboren in Grünhainichen inmitten des „Spielzeuglandes“ Erzgebirge hat Bodo Hennig die Holzverarbeitung von der Pieke auf gelernt und arbeitet nach Übersiedlung in den Westen in der von seinem Vater Walter 1950 im Allgäu gegründeten  „Drei Könige Spielwarenfabrik“. Doch der Erfolg für seine aus rohem Fichtenholz gefertigten und handbemalten Vollholz-Puppenmöbel lässt auf sich warten, weil den Menschen zu Beginn der 50er bereits wieder der Sinn nach einer schickeren Optik steht. Erst als die Erzeugnisse dem Zeitgeschmack anpasst werden, steigen auch die Verkaufszahlen. Das seit 1953 in Wildpoldsried beheimatete Unternehmen wächst stetig, sodass der 1959 von Bodo Hennig übernommene Betrieb 1962 samt seiner mittlerweile 25 festen Mitarbeiter (dazu beschäftigte er weitere 40 Heimarbeiter) ein neues Firmengebäude beziehen kann. Zu Beginn der 70er schließlich ist Bodo Hennig unter den deutschen Spielzeugherstellern eine feste Größe, dessen Betrieb weiterhin expandiert und 1974 bereits einen Stamm von 39 festen sowie 80 Heimarbeitern vorweisen kann. Während er seine  Spielzeuge anfangs im Maßstab 1zu 12 konzipierte, vermeldet der Katalog aus dem Jahr 1963, „dass sämtliche Einzelmöbel im Maßstab 1:10 gehalten sind“, was vermutlich zum Zwecke einer besseren Bespielbarkeit durch Kinderhände geschah...Der große Erfolg der Miniaturen basiert nicht zuletzt auf deren Nähe zu ihren großen Vorbildern. Zwar entwirft Bodo Hennig seine Möbel selbst, doch inspirieren lässt er sich durch Katalogabbildungen und Besuche in Möbelhäusern.


        

Puppenstubenwelt und Wirklichkeit: Bodo-Hennig-Sessel

 

 Bild aus einem damaligen Möbelkatalog

  

Nicht Bodo Hennig...sondern vielmehr eine selbstgebastelte Sitzgruppe aus DDR-Zeiten. Herzlichen Dank an Christel aus Nordhausen für dieses aussagekräftige Zeitzeugniss!


 

In der Regel gelingt es Hennig, durch schnelles Reagieren mit seinen spielgerechten Modellen nur unwesentlich später auf den Markt zu kommen als die Wohnmöbelfabriken mit ihren jeweiligen Neuheiten. Damit nicht genug, bezieht die Firma ihre Hölzer von denselben Anbietern. Und weil man für solch solide Puppenmöbel auch entsprechend dimensionierte Puppenhäuser benötigt, bietet Hennig diese konsequenterweise ebenfalls an. Zwar hat er 1974 nur drei verschiedene Typen im Sortiment „um den Markt nicht durch zu viele Variationen zu überschütten“, doch die haben es in sich. Besonders imposant kommt ein beidseitig bespielbares, aus quaderförmigen weißen Elementen zusammengesetztes und somit Bauhaus-Architektur zitierendes Exemplar mit den stattlichen Ausmaßen 90 X 60 X 49cm daher, das heute trotz seines vergleichsweise geringen Alters nur mehr ausgesprochen selten zu finden ist. Recht häufig hingegen stößt man noch auf einige aus Kunststoff gefertigte Produkte aus dem seinerzeitigen Hennig-Programm. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wurden doch beispielsweise von einem Set seit 1963 angebotener türkisfarbener Badezimmermöbel im Laufe der Jahre rund 300000 Exemplare verkauft. - (Auszug aus meinem Artikel "Puppenhäuser der 70er Jahre" im Sammlermagazin Trödler / Juli 2008) 

 

Küche, Bodo Hennig, 1972, Schrankhöhe 18cm

 



 

"Panton-Chair" des Designers Verner Panton als Hennig-Spielzeug

 


 

"Puppenbungalow", Bodo Hennig, 1974, 90 x 60 x 50 cm

 

               
   

 

Aus einem Spielzeugkatalog von 1974: "Moderner Puppen-Bungalow, der sich sehen lassen kann. Mit Dachgarten, Terrasse und Swimming-Pool. 90 x 60 x 50 cm DM 89.- (leer). Schickes Drum und Dran wie Wohnraum-, Garten- und Terrassenmöbel in großer Auswahl vorrätig, desgl. Biegepüppchen."

 


            
Puppenstuben-Farbfernseher, 1973, von Bodo Hennig
 

Puppenstuben-Farbfernseher (mit Fernbedienung!), 80er Jahre, nicht von Bodo Hennig...

 


 

Puppenhaus, Bodo Hennig, um 1968, 100 X 65 X 48cm, Puppen: Erna Meyer, Schrankwand: DDR-Poduktion, Lampe: Modella, Rest: Hennig

 

                    

Puppenstubenpuppen von Erna Meyer in zeittypischer Kleidung

 

rückseitiger Treppenaufgang


   

 

 


 

Schlafzimmer-Möbel der Firma Bodo Hennig im eher selten zu entdeckenden "Flower-Power"-Blümchen-Design

 


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