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                                                                                                                                                                                                  Maße 57 x 34,5 x 29 cm (K50/0/1)

Sehr aussagekräftiger Kaufladen einfachster Bauart aus den Nachkriegsjahren. Gefertigt wurde er aus Kistenbrettern, das rückwärtige Verkaufsregal steht auf ausrangierten Garnrollen und zur Beschriftung der Schübe dienten die unbedruckten Randstücke alter Briefmarkenbögen. Da die Versorgungslage in Deutschland über weite Strecken sehr schlecht war und es einige Rohstoffe so gut wie gar nicht mehr gab, sind innerhalb des Sortiments viele "Ersatzprodukte" wie Getreide-Kaffee oder "Götterspeise ohne Zucker" zu entdecken, die den deutschen Konsum-Alltag bestimmten. Insgesamt war die Auswahl in diesem Kinderkaufladen sicher vielfältiger als in der Realität.

 

        

 

 

 


 Ausführlich beschrieben habe ich die Entwicklung vom Nachkriegsmangel bis hin zum Wirtschaftswunder-Überfluss im Spiegel von Spiel-Kaufläden in einem Artikel im "Trödler & Sammler Journal" 2/2005, einen Aufsatz speziell über Kinderkaufladen-Miniaturen gab's im Sammlermagazin Trödler 3/07, beide Hefte sind noch beim Verlag erhältlich INFO

                                                                                                                         Maße: 59 x 34 x 75 cm (K50/0/2)

In den Nachkriegsjahren vom Vater der ursprünglichen Besitzerin selbst gebauter Kaufladen. Der noch vorhandene Restbestand der Bestückung wurde zeittypisch ergänzt. Sehr aussagekräftig ist eine original dazugehörige Zigarrenkiste mit ehemals regulären Zahlungsmitteln, die nach ihrer Entwertung als Spielgeld dienten. Der Inhalt reicht von historischen Dollarnoten über Münzen der 20er bis 40er Jahre bis hin zu alten Lebensmittelkarten - letztere in den Nachkriegsjahren von unschätzbarem Wert. Nachdem sich die Lage 1948 mit der Währungsreform in vielen Bereichen entspannte, konnte die Zwangsbewirtschaftung mit Lebensmittelkarten nach und nach abgeschaft werden, sodass die hier zu sehenden Exemplare als eindrucksvolles Zeitzeugnis in diesem Kaufladen landeten.

 


 

                                                                                                                                                                                       Maße: 43 x 14 x 40 cm (K50/0/3)

Auf den ersten Blick erscheint der obige Kaufladen stilistisch als ein typischer Vertreter der 1920/30er Jahre. Die im Vergleich zu Exemplaren aus dieser Zeit wesentlich schlechtere Materialqualität (minderwertiges Holz, Schubladenschilder aus dünnem Blech) läßt jedoch schon einmal auf die Entstehung in einer "Mangelzeit", also ca.1939 - 1950 schließen. Eine genauere Eingrenzung ermöglicht die Bestückung dieses unberührten "Entrümpelungsfundes". Die bis zur Währungsreform 1948 unumgänglichen "Ersatzprodukte" sind nicht mehr zu finden, das "Kindergeld" hat die ab 1949 in Deutschland-West von der "Bank Deutscher Länder" herausgegebenen Geldscheine zum Vorbild, der "Geobra"-Papierabroller ist "Made in US-Zone" und das ab 1950 wieder erhältliche und anschließend auch in den Kinderkaufläden allgegenwärtige Persil ist noch nicht vorhanden. Folglich läßt sich auf eine Herstellung im Jahr 1949 schließen. Da dieses Stück augenscheinlich aus professioneller oder zumindest semiprofessioneller Produktion stammt (etliche Schreinereien erweiterten zu dieser Zeit mit solchen Spielzeugen ihre Produktpalette) dokumentiert dieser Kaufladen als frühes Beispiel die Übergangsphase zwischen Eigenbau und käuflich zu erwerbendem Fertigprodukt. Zudem legt er Zeugnis davon ab, dass in den Nachkriegsjahren vieles erst einmal im unveränderten Vorkriegsstil weiterproduziert wurde. - Ein großes Sortiment neuerer, hier nur zum Teil mit eingeräumter Waren belegt, dass der Laden bis in die 60er Jahre bespielt wurde. Schokoladenzigaretten sowie eine Spielschachtel (!) "Leichter Shag" weisen auf eine Raucherfamilie hin...

        

 

 

 

 

 


 

platzsparender Klappkaufladen, wohl DDR, frühe 50er Jahre, Maße: zusammengeklappt: 62 x 8 x 31cm, geöffnet 73 x 33 x 31cm (K50/0/4)

                     

 

 

 

 

 


Hersteller vermutlich Rudolf Schünemann, Braunschweig, um 1955/60            (K50/0/5)

           

 

 

 


Kaufladen "Süssmäulchen", DDR, Hersteller Firma Reiterlein, Maße: zusammengeklappt 53 x 14 x 26,5cm, geöffnet 59 x 30 x 26,5cm (K50/0/6)

 


kleiner Kaufladen um 1950, noch ganz im Stil der 30er Jahre, Maße: 48 x 18,5 x 28cm                    (K50/0/7)

 

 


 

...und wieder mal ist die Miniaturwelt ein Spiegel der Realität: auch die Entwicklung vom "Tante Emma"- zum Selbstbedienungsladen ist lückenlos dokumentiert. Allerdings ist dieser Laden, höchstwahrscheinlich aus DDR-Produktion, eher Design-Objekt denn brauchbares Spielzeug. Maße: 51 x 31,5 x 22cm                   (K50/0/8)


 

Produktdesign im Wandel der Zeit - höchst anschaulich auch im Kinderkaufladen nachzuvollziehen, hier am Beispiel von Persil.


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