"Mappe mit Ankleide-Figuren für kleine Mädchen - Die Kaiserliche Familie", Verlag Werner & Schumann, Berlin, um 1895, Maße: 30 x 27 cm – leider sind nur noch zwei Bögen vorhanden.
Dieser historische Ausschneidebogen mit der Verlagsbezeichnung „J.F.S. i. E. Nro 327“ stammt aus dem renommierten Verlag J. F. Schreiber in Esslingen (Jakob Ferdinand Schreiber) und lässt sich auf die Zeit zwischen 1905 und 1914 – die späte wilhelminische Epoche kurz vor dem Ersten Weltkrieg – datieren.
Der Bogen entwirft eine detailreich gestaltete bürgerliche Küchenszenerie, die sowohl modisch als auch kulturhistorisch ein prägnantes Zeitdokument darstellt. Die Damenfiguren tragen die für das späte Kaiserreich typischen bodenlangen, schlank geschnittenen Röcke, hochgeschlossenen Blusen sowie die charakteristischen voluminösen Hochsteckfrisuren im Pompadour-Stil. Die gezeigte Kücheneinrichtung – von den elegant geschwungenen Holzformen des Küchenschranks und des Stuhls bis hin zum massiven Kohleherd, den Wandfliesen und den typischen Kupfer- und Messinggeräten – steht ganz im Zeichen des späten Jugendstils. Gedruckt in fein ausgearbeiteter Farblithografie, vereint der Bogen spielerisches Ankleiden mit einer authentischen Dokumentation der Wohn- und Alltagskultur des frühen 20. Jahrhunderts.
Ausschneidebogen mit der Verlagsbezeichnung „J.F.S. i. E. Nro 325“ aus dem Verlag J. F. Schreiber in Esslingen, gedruckt zwischen 1905 und 1914.
Der Bogen widmet sich einer aufwendig ausgestatteten bürgerlichen Schlafzimmer- und Säuglingspflegeszenerie. Die dargestellten Kinder und Puppen tragen die charakteristische Mode der späten wilhelminischen Ära – von leichten Ankleidehemden und Nachtgewändern über Faltenröckchen und Matrosenkleider bis hin zu hochgeschlossenen Tageskleidern. Das Mobiliar ist stark vom Jugendstil geprägt, was sich besonders an den elegant geschwungenen Holzformen des Doppelbetts, dem passenden Frisiertisch mit Spiegel und den floral gemusterten Wandtapeten zeigt. Typische Accessoires der Zeit wie der filigrane Stubenwagen mit Stoffhimmel, der klassische Puppenwagen, die Waschgarnitur aus Keramik auf dem Waschtisch sowie der drapierte Polsterhocker machen den Bogen zu einem ausdrucksstarken Zeitdokument der historischen Wohn- und Erziehungskultur des frühen 20. Jahrhunderts.
Papierpuppe aus den späten 1920er Jahren. Die "Bubikopf"-Frisur, speziell als Pagekopf / Bobschnitt mit kurzem, geradem Pony ausführt, war der absolute Modetrend der 1920er Jahre und symbolisierte den Wandel des modernen Frauen- und Mädchenbildes. Die Kleidung zeigt ebenfalls typische Stilelemente aus dieser Zeit – von den tief sitzenden Taillen der Kleider (Hängerform) über den klassischen Trenchcoat mit Gürtel bis hin zu den Riemchenschuhen (Mary Janes) mit weißen Söckchen. Auf der Verpackung und bei einer der Kleidungsgarnituren hält die Anziehpuppe selbst ein kleines Puppenkind im Arm. Dieses Motiv der „Puppenmutter“ war in der Illustration dieser Epoche extrem populär.
Natürlich wurden auch in der dunkelsten Phase deutscher Geschichte Papierpuppen produziert, die hier aus dokumentarischen Gründen ebenfalls gezeigt werden sollen. So spiegelt "Ein deutsches Mädel! - In alter und in neuer Zeit - In Tracht, Gewand und buntem Kleid" die idealen Frauentypen des nationalsozialistischen Wahns. Zum Ausschneiden gibt es daher Kleidungsstücke für z.B. "Jung-Germania", "Edelfräulein Roswitha", "Das Dirndel Liesel" sowie "Hitlermädel Christa" inklusive jeder Menge blonder Ausschneide-Perücken... - Heft, 28 x 20 cm