Das Miniatur-Schaukelpferd ist maßstabgerecht dem noch erhalten gebliebenen "echten" Schaukelpferd meiner Kindheit nachempfunden. Die runden Hölzer an den Kufen und am oberen Abschluss des Sitzes sind nicht etwa ausgesägt, vielmehr wurde das Holz mit heißem Wasserdampf biegsam gemacht und über einer selbst angefertigten Vorlage Schritt für Schritt in Form gebracht. Die Griffe des über dem Stuhl hängenden Springseils habe ich gedrechselt, überhaupt stammen alle Holzarbeiten von mir. Meine Frau hingegen bewies ihre Fähigkeiten, winzige Dinge, vor allem im Kaufladen, aus Fimo zu formen oder beim Häkeln und Nähen kleinster Zubehörteile. Schrank, Wiege und Truhe bemalte seinerzeit meine Schwiegermutter, der auch einige tolle Wandbilder zu verdanken sind. – Mit den Jahren habe ich festgestellt, dass selbstgebaute Puppenhäuser bei vielen Sammlern geradezu verpönt sind. Für sie zählt nur, was einem Hersteller zuzuordnen ist. Ich wurde sogar schon gefragt, warum ich dieses "Monstrum" nicht rausschmeiße, um mehr Platz für "wirklich sammelwerte" Objekte von Gottschalk, Schönherr und Co. zu schaffen. Obwohl ich ja eigentlich selbst "streng museal" sammle, finde ich jedoch, dass beides nebeneinander bestehen kann. Man sollte bloß das eine von dem anderen abgrenzen. Übrigens: Bevor ich mich von diesem heiß geliebten Puppenhaus trennen würde, müssten sicherlich zuerst einmal die namhaften "wertvollen" Stücke dran glauben. – Wem das jetzt alles zu dogmatisch erscheint: Es handelt sich hierbei um meine ganz persönliche Meinung. Wie und was jemand sammelt, sollte jeder für sich selbst entscheiden und sich nicht von anderen beeinflussen lassen. Denn das Sammeln und auch das Basteln sollen ja vor allem Spaß bereiten. Daher gilt: Erlaubt ist, was gefällt!